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Umgang mit schwierigen Kollegen. Teil 1: Der Viellaberer

Alle reden von Effizienz, Produktivität und Fokus. Doch kaum etwas sabotiert Deinen Arbeitsflow so nachhaltig wie ein Kollege, der sich am liebsten selbst reden hört.

Du weißt genau, wen ich meine. Diese eine Person, die jede Meetingrunde nutzt, um sich ausführlich zu Wort zu melden – selbst wenn eigentlich schon alles gesagt wurde. Die dabei nichts Neues beiträgt, aber alles nochmal zusammenfasst. Und nochmal. Und nochmal.


Und ehe Du Dich versiehst, ist eine Stunde vorbei – und Du fragst Dich: Was genau haben wir jetzt eigentlich entschieden?



Aber bevor Du innerlich explodierst (oder den Kalender nach einer Kündigungsfrist durchforstest), atme tief durch. In diesem Artikel zeige ich Dir, wie Du den Umgang mit Viellaberern im Job meistern kannst – klar, respektvoll und ohne Dich selbst zu verlieren.


Warum nervt mich das eigentlich so?


Bevor Du Strategien entwickelst, ist es hilfreich, kurz in Dich hineinzuhorchen: Warum regt mich das so auf?


Vielleicht, weil Du sehr strukturiert arbeitest und es für Dich nichts Schlimmeres gibt als Zeitverschwendung. Vielleicht, weil Du gelernt hast, dass gute Kommunikation präzise und zielgerichtet sein sollte – und das Gefühl hast, jemand nimmt sich hier zu viel Raum.


Oder vielleicht auch, weil Du Dir wünschst, selbst öfter gehört zu werden – und ausgerechnet die Person, die gefühlt jeden Satz doppelt sagt, bekommt ständig die Bühne.


Diese Reflexion ist wichtig. Denn sie hilft Dir, klarer zu kommunizieren – ohne aus der Emotion heraus zu handeln.


Du willst lernen zu unterscheiden, welche Anteile bei Dir liegen und welche bei anderen? Dann lass uns sprechen!


4 Strategien für den Umgang mit Viellaberern im Job


1. Setze klare Meetingregeln – am besten im Team


Viellaberer blühen dort auf, wo es keine Struktur gibt. Hilfreich ist es, zu Beginn eines Meetings gemeinsam (!) zu definieren, wie viel Zeit jedem Beitrag eingeräumt wird oder wer das Gespräch moderiert. Wenn das Team z. B. Timeboxing einführt („Jede Person hat maximal 2 Minuten für ein Update“), ist das kein persönlicher Angriff – sondern ein gemeinsames Effizienz-Commitment.


➡ Tipp: Wenn Du nicht in einer Führungsrolle bist, kannst Du solche Vorschläge auch vorsichtig einbringen, z. B. mit:"Mir ist aufgefallen, dass wir in unseren Meetings manchmal die Zeit aus den Augen verlieren. Wollen wir mal ausprobieren, mit klareren Slots zu arbeiten?"


2. Lerne, freundlich zu unterbrechen


Klingt unhöflich – ist aber manchmal notwendig. Gerade wenn jemand beginnt, sich zu wiederholen, kannst Du wertschätzend eingreifen:"Danke für Deine Zusammenfassung, das ist jetzt sehr klar. Lass uns gerne zum nächsten Punkt gehen."Oder:"Ich glaube, den Teil haben wir schon – ich würde gern noch XY ergänzen, bevor wir weitermachen."


Du musst nicht laut werden. Aber klar.


3. Nutze schriftliche Formate als Ergänzung


Wenn Meetings regelmäßig ausarten, hilft es, wichtige Punkte vorab schriftlich zu sammeln – etwa in einem gemeinsamen Dokument. So kannst Du Dich im Gespräch darauf beziehen:"Laut unserem Dokument haben wir bereits drei Lösungsansätze – vielleicht schauen wir mal konkret, wie wir sie priorisieren?" Das zieht die Diskussion auf eine sachlichere Ebene.


4. Setze Grenzen – auch für Smalltalk


Manche Labertaschen brauchen kein Meeting, um sich zu entfalten. Schon beim ersten Kaffee holen sie verbal aus. Wenn Du aber eigentlich fokussiert bleiben willst, darfst Du das auch sagen.Z. B.: „Ich würde gerne später weiterquatschen – ich muss gerade noch was fertig kriegen.“Oder: „Klingt spannend – vielleicht erzählst Du mir das in der Pause?“


Es geht nicht darum, unfreundlich zu sein – sondern achtsam mit Deiner Zeit umzugehen.


Fazit: Klarheit schlägt Frust im Umgang mit Viellaberern


Der Umgang mit Viellaberern ist kein Sprint, sondern eher ein Kommunikationsmarathon. Es geht nicht darum, jemanden zu „erziehen“ – sondern darum, klare Strukturen zu schaffen, in denen alle gut arbeiten können. Auch die, die gern reden.


Und vielleicht verändert sich dabei auch Deine Sicht: Nicht jeder Viellaberer ist ein Egomane. Manchmal ist es Unsicherheit, ein Geltungsbedürfnis oder einfach fehlendes Feedback. Umso wichtiger, dass Du lernst, Deine eigenen Bedürfnisse klar zu kommunizieren.


Denn am Ende geht es nicht darum, weniger zu sagen – sondern das Richtige.


Du hast ein besonders schwieriges Exemplar in Deinem Umfeld? Dann vereinbare hier einen kostenlosen Austauschtermin und wir besprechen, wie Du damit umgehen kannst.

Wer schreibt hier?


Rund 57.342 Stunden unseres Lebens verbringen wir im Job. Er sollte also besser wirklich zu uns passen.


Ich bin Tamara. Dein Jobcoach.


Mit meiner langjährigen Erfahrung im HR und als Coach unterstütze ich Dir auf Deinem Weg zum Traumjob. Egal ob es eine bessere Version Deines bestehenden Jobs ist, etwas ganz Neues, oder ein Jobmix, mit dem Du alle Deine Stärken ausleben kannst.


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