top of page

Psychologischer Arbeitsvertrag: 2026 wird es Zeit, ihn neu zu verhandeln

Hä? Denkst Du jetzt. Arbeitsvertrag ist doch was Physisches – steht irgendwo in einem Ordner, ist unterschrieben und vielleicht schon Jahre alt. Stimmt. Aber daneben gibt es noch einen anderen Vertrag – und der ist mindestens genauso wichtig: der psychologische Arbeitsvertrag.



Was ist ein psychologischer Arbeitsvertrag?


Der psychologische Arbeitsvertrag ist eine Art stille Übereinkunft zwischen Dir und Deinem Arbeitgeber – unausgesprochen, oft unbewusst, aber dennoch wirksam. Er beinhaltet all die Erwartungen, Hoffnungen und Annahmen, die Du an Dein Arbeitsverhältnis knüpfst. Und genauso: die, die Dein Arbeitgeber an Dich stellt.


Es geht nicht um Gehalt oder Urlaubstage. Sondern um Werte wie:

  • Vertrauen und Fairness

  • Entwicklungschancen

  • Wertschätzung und Feedback

  • Sicherheit und Loyalität

  • Flexibilität und Vereinbarkeit


Beispiele aus der Praxis


Vielleicht hast Du irgendwann besonders viele Überstunden gemacht – in der Annahme, dass das gesehen und später durch ein Projekt oder eine Beförderung „zurückgezahlt“ wird. Oder Du hast Deine Erreichbarkeit erhöht, weil Du dachtest: „Das wird mir langfristig positiv ausgelegt.“


Solche stillen Deals funktionieren – solange beide Seiten sich an die unausgesprochenen Spielregeln halten.


Was passiert, wenn der psychologische Vertrag gebrochen wird?


Dann kracht es. Und zwar nicht laut und offensichtlich – sondern innerlich.


Wenn Du Dich jahrelang loyal verhalten hast, aber bei der nächsten Umstrukturierung einfach übergangen wirst. Wenn Du Offenheit im Team erwartet hast, aber in Entscheidungen nicht einbezogen wirst. Oder wenn Dir Weiterentwicklung in Aussicht gestellt wurde, die dann doch nie kommt.


Das Resultat: Enttäuschung, Vertrauensverlust – und oft stille innere Kündigung. Der eigentliche Vertrag mag noch bestehen. Aber die Beziehung ist gestört.


Warum 2026 ein guter Zeitpunkt ist, ihn neu zu verhandeln


Weil Erwartungen sich ändern. Weil Deine Lebensumstände sich ändern. Als Berufseinsteiger willst Du vielleicht möglichst viel lernen, später sichtbare Karriereschritte, dann wird Vereinbarkeit plötzlich ganz wichtig.


Gerade wenn Du schon länger in einem Unternehmen bist, lohnt es sich, innezuhalten: Stimmen die Erwartungen, die ich mal hatte, überhaupt noch? Und sind sie realistisch?


So kannst Du den psychologischen Arbeitsvertrag aktiv gestalten


1. Werde Dir über Deine eigenen Erwartungen klar


Frage Dich:

  • Was ist mir in meinem Job wirklich wichtig?

  • Was brauche ich, um langfristig motiviert und zufrieden zu sein?

  • Welche (unausgesprochenen) Erwartungen habe ich an meine Führungskraft?


➡️ Wenn Du dabei Unterstützung brauchst, um diese Erwartungen zu identifizieren und zu sortieren, lass uns gemeinsam mit bewährten Methoden darauf schauen. Hier geht es zum Kennenlernen!


2. Sprich mit Deiner Führungskraft – ehrlich und offen


Klingt banal, ist aber selten: Viele Konflikte entstehen, weil Erwartungen nie klar ausgesprochen wurden.


Nutze Dein nächstes Entwicklungsgespräch oder vereinbare gezielt einen Termin.

Wichtig: Sprich nicht nur über Ziele, sondern über Zusammenarbeit, Kommunikation, Entwicklung – alles, was Dir wichtig ist.


Und: Frage auch gezielt nach den Erwartungen an Dich. Oft entstehen Aha-Momente auf beiden Seiten.


3. Nutze Jobcrafting, um den Vertrag aktiv zu gestalten


Der psychologische Vertrag ist kein starres Konstrukt – Du kannst ihn aktiv mitformen. Gerade durch gezieltes Jobcrafting:

  • Task Crafting: Welche Aufgaben würdest Du gern stärker übernehmen oder abgeben?

  • Relational Crafting: Welche Beziehungen im Job willst Du stärken?

  • Cognitive Crafting: Wie kannst Du den Sinn Deiner Arbeit (wieder) entdecken?


➡️ Wenn Du lernen möchtest, wie genau Jobcrafting funktioniert und wie Du es für Dich nutzen kannst, findest Du hier mein Jobcrafting-Programm mit persönlicher Begleitung.


Fazit: Dein psychologischer Arbeitsvertrag ist kein nice-to-know, sondern ein zentrales Element für Zufriedenheit im Job. 2026 ist die perfekte Gelegenheit, ihn bewusst zu machen – und neu zu verhandeln.


Wer schreibt hier?


Rund 57.342 Stunden unseres Lebens verbringen wir im Job. Er sollte also besser wirklich zu uns passen.


Ich bin Tamara. Dein Jobcoach.


Mit meiner langjährigen Erfahrung im HR und als Coach unterstütze ich Dir auf Deinem Weg zum Traumjob. Egal ob es eine bessere Version Deines bestehenden Jobs ist, etwas ganz Neues, oder ein Jobmix, mit dem Du alle Deine Stärken ausleben kannst.


Du willst mehr erfahren? Lass uns kennenlernen!

 
 
 

Kommentare


bottom of page