Warum auch 2025 Dein Bewerbungsanschreiben den Unterschied macht
- tamaraschopka
- 27. Jan. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. März 2025
Anschreiben, Motivationsschreiben, Cover Letter. Viele Wörter für dieselbe Sache.
Und noch vor 10 Jahren war alles ganz klar:
Bewerbung = Lebenslauf + Anschreiben + Zeugnisse.
Heute ist der Prozess viel flexibler, und viele Unternehmen bieten sehr viel schlichtere Bewerbungsverfahren an. Oft reicht sogar ein LinkedIn-Profil, um sich zu bewerben.
Macht das die Sache einfacher? Leider nein. Aus meiner Sicht schafft die neue Freiheit vor allem eines: Verwirrung. Vor allem, wenn Menschen sich jahre- oder sogar jahrzehntelang nicht mehr beworben haben und dann feststellen, dass die Spielregeln, sich grundlegend verändert haben.
Hinzu kommt: Fragt man zehn Personen, erhält man elf Meinungen. Das gilt auch bei Experten. Deswegen werde ich Dir heute meine persönliche Meinung zum Thema Anschreiben ausführlich erläutern und darlegen, warum sie ein wertvoller Hebel sind, um Dir im Bewerbungsprozess den entscheidenden Vorteil zu verschaffen.
Diese Meinung habe ich mir in knapp 20 Jahren Erfahrung mit Recruiting gebildet, gebe sie heute als Jobcoach an meine Kunden weiter und nutze sie selbst, um meine Wunschjobs zu bekommen. Ich gehe sogar so weit zu sagen: Meine Jobs hole ich mir über das Anschreiben. Das willst Du auch? Dann lass uns loslegen.

Warum das Bewerbungsanschreiben 2025 nicht aus der Mode ist
Vorneweg: Was wirklich niemandem hilft, sind Anschreiben, die sich aus langweiligen Standardfloskeln zusammensetzen. Ganz ehrlich: Kein Recruiter auf dieser Welt will noch ein einziges Mal den Einstieg lesen: „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen“ oder – etwas kreativer – im Betreff das Zitat „Be the change you want to see in the world“. Bevor Du auf solche Vorlagen zurückgreifst, spar Dir die Mühe und bewirb Dich gleich ohne Anschreiben.
Dasselbe gilt für KI-generierte Anschreiben (und ja, auch Recruiter kennen ChatGPT). Nicht nur der Sprachstil ist oft bezeichnend, auch werden in diesen Anschreiben immer wieder Buzzword-Skills genannt, die nirgendwo im Lebenslauf auftauchen. Das wird dann richtig gefährlich im Bewerbungsprozess, wenn der Recruiter fragt, wo genau Du Deine „herausragende Medienkompetenz“ erworben hast oder wo Du Deine „konsequente Lösungsorientierung“ unter Beweis gestellt hast.
Ich bin absolut dafür, KI zu nutzen, um Anschreiben zu erstellen, die Dich wirklich weiterbringen – aber nicht so. Wie ich KI sinnvoll einsetze, erzähle ich Dir in meinem nächsten Blogbeitrag. Bevor wir über das „Wie“ sprechen, muss ich Dich aber erst noch überzeugen, warum Du ein Anschreiben nutzen solltest. Hier sind meine Argumente:
3 Gründe, warum ein Anschreiben entscheidend ist
1. Ein durchdachtes Anschreiben vermittelt Wertschätzung
Schockierend, aber auch in Zeiten des Fachkräftemangels sind Unternehmen auf der Suche nach Mitarbeitenden, die wirklich für sie arbeiten wollen und für die Aufgaben der Stelle brennen. Wer kommentarlos ein Standardprofil schickt, zeigt damit, dass ihm die Stelle auch nicht mehr Aufwand wert ist. Das ist sicher nicht die Strategie, mit der Du Dich gegen mehrere Hundert andere Bewerber durchsetzt.
2. Ein Anschreiben bietet Dir den Raum, Dich zu präsentieren
Viele meiner Kunden sind entsetzt, wenn ich ihnen empfehle, ihren Lebenslauf auf zwei bis drei Seiten zu kürzen. Sie bräuchten doch den Platz, um alles Wichtige darzustellen und einen Eindruck von sich als Mensch zu vermitteln. Gleichzeitig wollen sie aber auf das Anschreiben verzichten. Merkst Du selbst, oder?
Das Coole am Anschreiben: Es ist deutlich weniger genormt als der Lebenslauf und bietet Dir die Chance, Deine Persönlichkeit zu zeigen. Darauf würde ich keinesfalls verzichten. Denn Unternehmen suchen nicht nur Aufgabenerlediger, sondern auch künftige Kollegen. Also nutze das Anschreiben, um ein aussagekräftiges Bild von Dir zu vermitteln.
3. Das Anschreiben ist immer auch eine Arbeitsprobe
Heute gibt es kaum Stellen, bei denen gute Kommunikation keine Rolle spielt. Und dass Du diese beherrschst, stellst Du mit Deinem Bewerbungsanschreiben unter Beweis. Du zeigst, dass Du in der Lage bist, Inhalte zu strukturieren, gibst einen Einblick in Deine sprachlichen Ausdrucksfähigkeit und natürlich auch eine Kostprobe Deiner werblichen und vertrieblichen Fähigkeiten. Je höher der kommunikative Anteil der angestrebten Position ist, umso wichtiger ist das Anschreiben.
Konnte ich Dich damit überzeugen, bei Deiner nächsten Bewerbung auf ein Anschreiben zu setzen? Super! Dann leg gerne los damit.
Du bist Dir unsicher, wie Du ein Anschreiben gestalten musst, damit es Dich wirklich weiterbringt? Schreib mir einfach und wir gehen das zusammen an.
In meinem nächsten Blogbeitrag gebe ich Dir außerdem einige ganz konkrete Tipps an die Hand, was ein gutes Anschreiben ausmacht.



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